Technik(er) vom Feinsten

Vom Gurtwickler bis zur Spätzlesmaschine – technisch genial aber nicht genial einfach

Es raucht, blinkt und hupt an allen Ecken und Enden – alles in Bewegung auf dem Pausenhof der Gewerblichen Schule Backnang, als die 48 Technikerschüler ihre Projektarbeiten ihren Lehrkräften und der interessierten Schülerschaft präsentieren. Und diese staunt nicht schlecht – vor allem die Schüler der dritten Lehrjahre, die kurz vor den Abschlussprüfungen stehen, sind begeistert vom Einfallsreichtum bezüglich der einzelnen Projekte und der Energie, mit der die angehenden Techniker dem Publikum Rede und Antwort stehen. Ein Schüler kann es gar nicht fassen: „Eine vollautomatische Spätzlesmaschine…ein Traum! Mich wundert´s, dass vorher noch niemand auf die Idee gekommen ist!“ Und genauso „schwäbisch“ geht es im Bereich Zeit- und Aufwandsersparnis weiter: Weshalb Gurte, die zur Sicherung von Ladung benötigt werden, immer wieder von Hand aufrollen, wenn das eine Maschine erledigen kann? Weshalb sich an einem Rezeptbuch für Cocktails abmühen, wenn es auch reicht, einen Knopf zu drücken? Den Nachbarn darum bitten, während des Urlaubs die Katze zu füttern? Durch die Entwicklung eines Fütterungsautomaten völlig überflüssig!

Die künftigen „Staatlich geprüften Techniker“ haben sich diese im Durchschnitt 2000€ teuren Prototypen mit den entsprechenden Werbestrategien aber nicht aus dem Ärmel geschüttelt. Zwei Jahre lang wurden in den einzelnen Arbeitsgruppen der Übungsfirma Ideen gesammelt, auf Tauglichkeit überprüft, mit dem Fachbetreuer abgesprochen und dementsprechend Änderungen vorgenommen oder grünes Licht für die Umsetzung gegeben. Dieses Arbeiten in der Übungsfirma, die seit fast 15 Jahren ein Alleinstellungsmerkmal im Rems-Murr-Kreis hat, bilden die Arbeitswelt ab, die die Technikerschüler als Gesellen verlassen haben und in die sie – falls alles nach Plan läuft – als Mitglied des mittleren Managements wieder eintreten.

Doch nicht nur im Schonraum Schule wird innovativ gearbeitet. Zusätzlich zu den Schulprojekten mussten sie eine Technikerarbeit erstellen, die eine betriebliche Problemstellung und den eigens entwickelten Lösungsansatz in einem Unternehmen sach- und fachgerecht dokumentiert. So sind sie dann gerüstet für die Anforderungen, die in den Kernbereichen Fertigungstechnik, Konstruktion und Qualitätsmanagement auf sie zukommen, doch auch Betriebswirtschaftslehre, Betriebliche Kommunikation oder Projektmanagement sind wichtige Bestandteile dieser ganzheitlichen Ausbildung, die nach zwei Jahren Vollzeitunterricht zusätzlich mit einer Fachhochschulreife und bei entsprechendem Ehrgeiz mit der Zusatzqualifikation des Ausbildungseignungsschein und des KMK-Fremdsprachenzertifikats belohnt wird.

Interessiert?

Nähere Infos nebst Telefonnummern von Ansprechpartnern gibt es auf der Homepage der Gewerblichen Schule Backnang, www.gsbk.de (im Menüpunkt „Schularten“ den Reiter „Fachschulen“ wählen). Neben der Fachschule für Technik bietet die GSBK auch die Weiterbildung zum Meister im Handwerk mit dem Schwerpunkt Feinwerktechnik über die Meisterschule (Prüfungsteile 1-4) und den Meisterkurs (Prüfungsteile 3-4) in Teilzeit an. Bewerbungen um einen der begehrten Plätze in den Fachschulen können noch bis Ende Mai eingereicht werden.

 

 

 

 

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